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Jens Spahn: So sieht sein sozial-faires Deutschland aus

26. Juni 2019 | Interview
Foto: © BMG / Johannes Berger

Jens Spahn (CDU) ist seit März 2018 Bundesgesundheitsminister. Für das Amt des Parteivorsitzenden hat es nicht gereicht, dafür aber umso mehr, wenn es um Schlagzeilen und Shitstorms geht. Mit seiner sehr direkten und offenen Art erntet er nicht nur Lob, sondern häufig auch scharfe Kritik. Egal ob mit der Widerspruchslösung für Organspender, oder seiner Aussage, dass Pflegekräfte doch einfach 3 bis 4 Stunden in der Woche mehr arbeiten sollten. Wir möchten aber nicht auf den Kritik-Zug aufspringen, sondern viel mehr aufzeigen, was er Gutes tut. Auch wenn nicht immer alles gut ankommt, so ist es schon gut und wichtig, solche Politiker wie Jens Spahn in Deutschland zu haben.

Interview mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Sie bekommen viel Kritik. Wie schaffen Sie es dennoch, sich täglich für Ihre politische Arbeit zu motivieren?

Kritik zieht mich nicht runter. Im Gegenteil. Kritik ist für mich motivierend. Jedenfalls wenn sie konstruktiv ist. Dann führt sie sogar zu besseren Ergebnissen. Denn gute Lösungen entstehen aus guten Debatten. Außerdem erfahre ich ja auch viel Zustimmung. Beim Tag der Organspende in Kiel Anfang Juni haben mich zum Beispiel sehr viele betroffene Menschen auf meinen Vorstoß zur Widerspruchslösung bei der Organspende angesprochen und mir viel Erfolg für die Durchsetzung gewünscht. Solche Erlebnisse bestärken mich.

Wenn Sie das Gesundheitssystem der Zukunft in 3 Säulen skizzieren sollten, was wären die wichtigsten Punkte für ein sicheres und stabiles - und vor allem sozial-faires digitales Deutschland?

Wir müssen jetzt die Weichen stellen, dass Patienten auch in zehn Jahren noch überall in Deutschland einen Arzt finden, dass ihre Gesundheitsversorgung bezahlbar bleibt und dass sie bestmöglich behandelt werden. Dafür müssen Ärzte besser zusammenarbeiten. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen. Und wir müssen die Situation in der Pflege grundsätzlich verbessern. Die Vielzahl der Reformen, die wir in dieser Legislatur angestoßen und umgesetzt haben, ist also kein Selbstzweck. Sie ist vielmehr notwendig, um die gute Qualität des deutschen Gesundheitssystems zu erhalten. Das ist übrigens auch eine Frage des Vertrauens. Das erwarten die Patienten. In einem lebenswichtigen Bereich wie Gesundheit und Pflege muss der Staat funktionieren.

Wann haben Sie das letzte Mal „Gutes“ getan? Und was war es?

Als Politiker – und zumal als Minister – ist es meine Aufgabe, Probleme zu erkennen, Lösungen zu suchen und dann zu entscheiden. Ich will den Alltag der Bürgerinnen und Bürger besser machen. Diesen Unterschied sollen sie merken. Das ist mein Anspruch. Ob wir den erreichen - zum Beispiel mit dem Terminservice-Gesetz oder der Konzertierten Aktion Pflege – müssen andere beurteilen.

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