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Wasserschlauch statt Eimer

13. März 2020 | Umwelt
Foto: © Bernd Lauter / Greenpeace

Klimaschutz geht alle an – Jeder kann etwas tun

Klimaschutz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das wird nicht zuletzt durch die Bewegung Fridays for Future deutlich. Sie ist mittlerweile zur größten Protestbewegung in der deutschen Geschichte geworden, an der sich Woche für Woche bundesweit viele Tausend Schülerinnen und Schüler beteiligen. Am globalen Streiktag am 20. September gingen 1,4 Millionen Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht von einem „gewaltigen Schub“, den die jungen Leute der Klima- und Umweltpolitik weltweit versetzt hätten. In der politischen Debatte scheint die Dringlichkeit nicht gleichermaßen angekommen. Denn die Reaktion der Politik fällt eher bescheiden aus, wenn es darum geht, schnellstmöglich wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, die das Klima schützen.

Klimaziele frühestens 2025 erreichbar

Das zeigt sich zum Beispiel bei der CO2-Bepreisung – prinzipiell ein richtiger und wichtiger Schritt. Aber: Nach Prognosen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag von Greenpeace hätte es lediglich einen bescheidenen Effekt in den Bereichen Verkehr und Gebäude, wenn der Preis bei 80 Euro läge. Die Bundesregierung dagegen hat beschlossen, dass 2021 der Ausstoß einer Tonne zehn Euro kosten soll, 2025 dann 35 Euro. Die Prognose des DIW hat auch ergeben, dass Deutschland seine für 2020 ausgegebenen Klimaziele frühestens 2025 erreicht. Die Untersuchung zeigt, was die vorgeschlagenen Klimaschutzmaßnahmen wirklich bringen. Und das ist ernüchternd.

„Deutschland verschleppt den Klimaschutz. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die angekündigten Maßnahmen optimal umgesetzt werden, reichen sie nicht aus, um das Klimaziel der Bundesregierung zu erreichen, bis 2030 den Treibhausgasausstoß um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken“, erläutert der Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid die Ergebnisse des DIW. Die aktuelle brenzlige Lage beschreibt er bildhaft: „Unser Haus brennt. Aber statt schnell zu handeln, beschließt die Bundesregierung, demnächst mal eine Löschtruppe mit Wassereimern auszustatten. Derzeit streiten die Politiker in den Ausschüssen darüber, ob für 2022 zwei oder drei Eimer angeschafft werden sollen. Nur keiner greift zum Wasserschlauch.“

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit

Neben der Politik ist auch die Zivilgesellschaft gefragt, wenn es darum geht, sich für Klimaschutz und eine lebenswerte Zukunft für spätere Generationen einzusetzen. Auch Stiftungen können dazu und zu mehr Nachhaltigkeit einen wertvollen Beitrag leisten. So waren deutsche Stiftungen beispielsweise entscheidend daran beteiligt, als sich 2017 die Foundations 20 (F20) gründete. F20 ist ein Netzwerk aus internationalen Stiftungen und philanthropischen Organisationen mit dem Ziel, unter anderem gemeinsam und grenzüberschreitend für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einzutreten.

Denn klar ist: Der Protest der jungen Menschen ist gerechtfertigt – und Klimaschutz geht alle an. Jeder kann einen Beitrag in seinem Lebensbereich leisten. Daher gilt es, der Klimakrise entschlossen und umgehend auf allen gesellschaftlichen Ebenen entgegenzutreten.

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