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Für eine Zukunft ohne Demenz

16. März 2020 | Gesundheit

Die Stiftung Deutsche Demenzhilfe will gemeinsam mit ihrem Forschungspartner neurodegenerative Krankheiten bekämpfen.

Demenz ist die weltweit am weitesten verbreitete neurodegenerative Erkrankung. Allein in Deutschland leben derzeit rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Auch Krankheiten wie Morbus Parkinson, ALS, Chorea Huntington und die Creutzfeld-Jakob-Krankheit zählen zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sie durch einen langsamen, unaufhaltsamen Nervenzelltod gekennzeichnet sind, in dessen Folge sich das Netzwerk der Nervenzellen langsam auflöst. Die Fähigkeiten zu sprechen, sich zu erinnern, Menschen zu erkennen oder Erinnerungen zu speichern, gehen allmählich verloren. Die Betroffenen verlieren sich sozusagen selbst.

Bis heute gibt es kein Medikament, das Demenz heilen oder den Krankheitsverlauf stoppen kann. Eine Reihe von vielversprechenden klinischen Studien scheiterte in jüngster Vergangenheit in der letzten Phase. Diese Rückschläge quittierten einige große Pharmafirmen mit einem Rückzug aus der Demenzforschung. Doch angesichts der erwarteten Zunahme von Demenzerkrankungen und den damit einhergehenden wachsenden gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen darf die Demenzforschung kein Schattendasein führen. Im Gegenteil: Nur durch eine massive Ausweitung der Forschungsaktivitäten kann es gelingen, Demenzerkrankungen in Zukunft vorzubeugen oder sogar zu heilen.

Zu den europaweit führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Neurodegeneration zählt das in Deutschland tätige Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Es wurde vor zehn Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Auftrag gegründet, vorbeugende oder heilende Therapien zu entwickeln. Inzwischen kooperieren rund 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer einzigartigen Struktur an bundesweit zehn Standorten eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen. Das DZNE ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und wird von Bund und Ländern gefördert. Darüber hinaus unterstützt seit Juli 2018 auch die junge Stiftung Deutsche Demenzhilfe exklusiv die Forschung am DZNE, indem sie beispielsweise begabte Nachwuchswissenschaftler mit innovativen Forschungsansätzen fördert.

Gemäß dem Motto „Viel hilft viel“ will die Stiftung mit der Unterstützung von privaten Spendern, Unternehmen und Förderstiftungen die Anzahl der durchgeführten Forschungsprojekte in den nächsten Jahren vervielfachen. Denn je mehr geforscht wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wirksame Mittel und Therapien gegen Demenz entwickelt werden. Jede Spende an die Stiftung hilft, Forschung und Fortschritt zu befördern – für eine Zukunft ohne Demenz.


Interview mit Annette Schwavan, Bundesforschungsministerin a. D. und Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Demenzhilfe

Warum ist es Ihnen wichtig, sich für die Stiftung zu engagieren?

Demenzerkrankungen lassen das Leben von Menschen auf eine besondere Weise zerbrechlich werden. Zugleich wissen wir noch wenig über die Ursachen – im Unterschied zu anderen Volkskrankheiten. Das macht uns ratlos. Ich bin davon überzeugt, dass auch aus der Zivilgesellschaft heraus die Erforschung neurodegenerativer Krankheiten gefördert werden muss. Es braucht viel Geld für die Forschung. Darum wollen wir uns als Stiftung bemühen. Mit allen Investitionen in die Forschung bleiben wir weit hinter den Kosten, die im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft durch eine wachsende Zahl an Erkrankungen entstehen. Mehr Geld für die Forschung ist heute wichtig, um morgen mehr zu wissen, Vorbeugung zu ermöglichen, Therapien zu entwickeln und Begleitung zu leisten.

An Demenz wird weltweit geforscht. Denken Sie, dass Deutschland näher dran ist an einer Lösung als andere Länder?

Die Gründung des DZNE vor zehn Jahren hat für die Forschung ein neues Kapitel aufgeschlagen. Damit hat Deutschland einen großen Schritt getan. Die Entwicklung ist großartig. Die Institute des Zentrums ziehen internationale Forscherinnen und Forscher an. Europäische Kooperationen werden vereinbart. Das DZNE ist die erste Adresse in Europa und gehört zur internationalen Spitze beim Kampf gegen Demenz.

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