»Wir tun Gutes«

« Zurück

Verbindung von Tradition und Moderne

20. Februar 2020 | Geschichte
Das Kloster Eberbach zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Europas und liegt in der Nähe von Eltville am Rhein im hessischen Rheingau. Heute ist es für Besichtigungen, kulturellen Veranstaltungen und Tagungen der Öffentlichkeit zugänglich.

Stiftungen, wie das Kloster Eberbach, stehen vor zahlreichen Herausforderungen – heute und in Zukunft. Martin Blach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kloster Eberbach, und Melanie Kühlborn-Ebach, Geschäftsführerin LMM Investment Controlling Deutschland, zeigen, wie eine Stiftung vertrauensvoll, modern und nachhaltig handeln kann.

1136 schufen Zisterzienser-Mönche einen Ort, den bis heute über 300 000 Gäste aus der ganzen Welt jährlich besuchen: das Kloster Eberbach. Den Erhalt und die Pflege der Klosteranlage verantwortet die gemeinnützige Stiftung Kloster Eberbach. Die hierfür notwendigen Mittel erwirtschaftet sie eigenständig, ohne Steuergelder oder kirchliche Zuschüsse zu erhalten. Allein der Betrieb und Unterhalt des Klosters kosten rund 10.000 Euro täglich.

Insgesamt kümmert sich die Stiftung um drei Bereiche: das Facility Management, die touristische Nutzung und Finance / Vermögensverwaltung einschließlich Fundraising. In allen drei Bereichen handeln die Verantwortlichen verantwortungsbewusst und fortschrittlich. Die Anlage ist beispielsweise im Bereich des Facility Managements mit modernster Technik ausgestattet und das Energiemanagement auditiert. Der Hotellerie- und Gastronomiebereich ist mit vielfältigen kulturellen Events und Tagungen verknüpft. Auch beim Fundraising geht das Kloster neue Wege. So können Paten beispielsweise online einen Stein im Kreuzgang erwerben, der anschließend individuell graviert wird. Grundsätzlich werden alle Entscheidungen auf Nachhaltigkeit überprüft.

Dies gilt auch bei der Anlage des Stiftungsvermögens. Mit dem Kuratorium ist eine Anlagerichtlinie entwickelt worden, in der beispielsweise die Kriterien festgelegt sind, in welche Unternehmen investiert werden darf. Waffen und Atomenergie sowie genetisch modifiziertes Saatgut sind dabei ausgeschlossen. Wie aber kann überprüft werden, dass diese Richtlinie bei Investmenttätigkeiten auch in der Praxis eingehalten wird? Hier hat die Stiftung einen externen, unabhängigen Partner zur Seite. Der Investment Controller kümmert sich um eine neutrale Standortbestimmung der Vermögensbewirtschaftung. Das bedeutet, dass das Portfolio mit dem Anlage- / Risikoprofi l überprüft wird. Anhand der Analyse leiten die Experten konkrete Empfehlungen ab. Einmal im Jahr erhält die Stiftung zudem einen informativen Bericht.

Seit Ende 2019 ist mit der LMM Investment Controlling neu, dass auch ESG-Kriterien ins Reporting einfließen. ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Ein transparentes und unabhängiges Rating ermöglicht, Verbesserungspotenziale aufzuzeigen und Veränderungen vorzunehmen. Bei Verstößen gegen die vorher genannten Ausschlusskriterien sind beispielsweise die betreff enden Unternehmen und deren Gewichtung im Portfolio auszuweisen. Die über die Jahre stark zugenommene Komplexität der Unternehmensstrukturen (Stichwort Holding-Gesellschaften) hat eine Überwachung der Einhaltung von ESG-Kriterien allerdings extrem erschwert. So kann es sein, dass Stiftungen – ohne Kenntnis davon zu haben – in Finanzanlagen investieren, die über Tochterunternehmen im Bereich der Waff enproduktion investiert sind. Eine umfassende Datenbasis, wie sie LMM nutzt, ist eine zentrale Voraussetzung, damit Anlageverantwortliche bei ihren Anlageentscheidungen einen vollständigen Überblick haben.

Nachhaltiges Investieren steht für viele gemeinnützige Institutionen zwar schon lange im Fokus, aber durch die Öffentlichkeit und Medien hat die Darlegung und der Nachweis in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. ESG-Reporting hilft hier, gegenüber den relevanten Zielgruppen für Transparenz und Offenheit zu sorgen. So wie es eine verantwortungsvolle Stiftung in der heutigen Zeit erfordert.

Kooperations- & Medienpartner

© 2015-2020 »Wir tun Gutes«, Michel und Stich GmbH
Alle Rechte vorbehalten