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Querdenker mit System

11. Februar 2020 | Beratung

Soziales Engagement, Inklusion, Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit im hart umkämpften Markt für IT Services – geht das zusammen? Es geht, wie das „Social Enterprise“ auticon zeigt.

Unternehmen ab 20 Mitarbeitern müssen mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit einer Behinderung vergeben. Arbeitgeber, die die Quote nicht erfüllen, zahlen einen Ausgleich. Im Jahr 2018 wurden trotzdem über 37 000 dieser Pflichtarbeitsplätze nicht mit Behinderten besetzt – und das, obwohl viele von ihnen hochqualifiziert sind und den Fachkräftemangel verringern können: Laut MINT Frühjahrsreport 2019 des Instituts für deutsche Wirtschaft in Köln klaffte Ende April 2019 eine Arbeitskräftelücke in Höhe von 311 300 Personen in den Berufsbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Alleine in der IT verzeichnete der Branchenverband BITKOM im gesamten Jahr 2018 über 80 000 offene Stellen.

Dass wirtschaftlicher Erfolg nicht nur trotz Inklusion, sondern sogar aufgrund von Inklusion gelingt, zeigt der IT-Dienstleister auticon. Vom kleinen spezialisieren Start- Up mit sozialem Anspruch ist das Unternehmen in nur acht Jahren zu einer weltweit operierenden Firmengruppe mit Niederlassungen in Europa, Nordamerika und Australien gewachsen. 70 Prozent der auticon-Mitarbeiter sind Autisten.

Sehen, was andere übersehen

Autisten verfügen oft über bemerkenswerte kognitive und analytische Fähigkeiten, arbeiten strukturiert, detailgenau und ausdauernd konzentriert und finden Fehler und Abweichungen von Mustern, die andere übersehen. Viele haben ein ausgeprägtes Interesse an IT, Physik, Mathematik und Technik und sind damit ideal geeignet für die technologischen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft wie Digitalisierung, Internet of Things, Big Data oder Künstliche Intelligenz. Dennoch sind nur etwa 15 Prozent der Autisten im ersten Arbeitsmarkt integriert. Schwächen in der sozialen Interaktion lassen sie häufig schon im Bewerbungsprozess scheitern. Sie verarbeiten Informationen anders, nehmen Augenund Körperkontakt, Mimik, unklare Kommunikation sowie Ironie, Bildersprache und Zwischentöne anders wahr und reagieren mit Stress auf Umgebungsreize wie Licht, Geräusche, Bewegungen oder Gerüche. Bei auticon sagt man: „Sie haben ein anderes menschliches Betriebssystem“ – und hat sich genau darauf eingestellt.

auticon führt IT-Projekte durch, in denen genau die typischen autistischen Fähigkeiten benötigt werden, und setzt sie ausschließlich mit IT-Consultants um, die im Autismus-Spektrum sind. Damit sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können und die Integration in die Projektteams der Auftraggeber gelingt, setzt auticon qualifizierte Job Coaches und Projektmanager ein, die als Mittler die Kommunikation übernehmen und die nötigen Arbeitsumgebungen schaffen.

Die Auftraggeber profitieren in zweifacher Hinsicht: In der Ideen- und Konzeptphase stärken die autistischen Mitarbeiter die Projektteams inhouse oder beim Kunden vor Ort durch ihre Muster- und Fehlererkennung und ihre hohe Innovationskraft. In der Umsetzungsphase überzeugen sie durch systematische Arbeitsweise, Detailgenauigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Und: Sie zeigen den auticon-Kunden, dass Inklusion wertschöpfend sein kann. Die Projektergebnisse und die Reaktionen der Teams beweisen das.

Die Allianz zum Beispiel beauftragte auticon mit der Optimierung der Detailanalyse ihrer weltweiten IT-Kosten, bei der jedes Quartal ca. 20 000 Datensätze aus verschiedenen Quellen für 80 verschiedene Ansprechpartner aufbereitet werden.

„Der auticon Consultant integrierte sich sehr schnell in unser Team und brachte seine Ergebnisse sogar selbst direkt in unsere englischsprachigen Team-Besprechungen ein. Sein technisches Know-how ist nun als Best Practice in unseren Systemen und Prozessen fest implementiert. Das ganze Team lernte von ihm die strukturierte Vorgehensweise mit vielen technischen Tricks statt bisherigen manuellen und fehleranfälligen Lösungen,“ so das Fazit von Andrea Schulz, Head of IT Reporting & Controlling bei der Allianz Gruppe.

"Wir haben Unterstützung gesucht, die unseren hohen Qualitätsanspruch erfüllt. An den Einsatz von Autisten hatten wir zunächst gar nicht gedacht. Heute sind wir über die Zusammenarbeit mit auticon froh und von den Ergebnissen begeistert. Der auticon Consultant ergänzt unser Team optimal."
Dr. Christian Nagel, Leiter Aktuarielles Bestandsmanagement Leben, ERGO

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